Mit sehr großer Mehrheit hat die IG Metall-Tarifkommission für die nordwestdeutsche Stahlindustrie das Verhandlungsergebnis vom 6. März heute in Gelsenkirchen angenommen. Damit erhöhen sich die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab diesem Monat um drei Prozent. Der neue Tarifvertrag gilt 15 Monate, bis Mai 2014. Kompletten Artikel lesen
1100 Stahlarbeiter aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen demonstrierten am 05. März 2013 in Düsseldorf lautstark für ihre Tarifforderungen.
Das Verhandlungsergebnis der IG Metall für die 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie stößt auf breite Zustimmung. Das ergab die Diskussion in der Tarifkommission, die heute in Sprockhövel tagte. Am 14. März wird sie über die Annahme des Verhandlungsergebnisses abstimmen.
“Bei uns hat nicht einer gemeckert”, berichtete Klaus-Peter Pachulski von Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) Bochum. Die Drei vor dem Komma sei wichtig, sagte Ilka Biedermann von Arcelor Mittal in Bremen. Dessen Betriebsratsvorsitzender Klaus Hering fasste die Reaktionen auf das Verhandlungsergebnis so zusammen: “Es gibt keinen Jubel, es gibt Anerkennung, Glückwünsche und eine breite Zufriedenheit.” Das hat auch Bernd Kalwa von Outokumpu Nirosta in Krefeld erlebt: “Wen ich treffe – er grüßt mit erhobenem Daumen.” Günter Back, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von TKSE, schilderte die Reaktion im Betrieb auf das Verhandlungsergebnis so: “Das hätten wir nicht für möglich gehalten.” Kompletten Artikel lesen
Die 75 000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie können sich auf mehr Geld freuen: Ihre Löhne und Gehälter steigen ab 1. März um drei Prozent. Darauf haben sich IG Metall und Stahlarbeitgeber in Düsseldorf geeinigt. Außerdem gelang es der IG Metall, die Möglichkeiten für Altersteilzeit und Altersvorsorge zu verbessern.
Nach 10-stündiger Verhandlung einigten sich die IG Metall und die Stahlarbeitgeber am frühen Mittwochmorgen in Düsseldorf auf ein Verhandlungsergebnis für die 75.000 Beschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Ab dem 1. März 2013 erhalten die Stahlarbeiter um 3 Prozent höhere Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Monaten bis zum 31. Mai 2014. Die Quote der Anspruchsberechtigten auf Altersteilzeit wird für diese Laufzeit von 4 auf 5 Prozent angehoben. Beschäftigte, die künftig einen Altersteilzeitvertrag abschließen, bekommen einen 2-prozentigen statt bisher 1-prozentigen Inflationsausgleich für die Abfindungszahlungen zum Rentenübergang. Für die Auszubildenden, die ab sofort Altersvorsorgewirksame Leistungen in Anspruch nehmen, konnte eine Verdoppelung des gegenwärtigen Arbeitgeberbeitrags auf 26,59 € erreicht werden. Der Anfang des Jahres ausgelaufene Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung wurde verlängert.
1.100 Stahlarbeiter aus allen Standorten der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen beteiligten sich heute zum Auftakt der dritten Tarifverhandlung Stahl an der Kundgebung vor dem Düsseldorfer Hotel Hilton. Sie forderten die Arbeitgeberseite zu einem fairen Angebot auf. Angereist waren sie aus u.a. Betzdorf, Bremen, Bochum, Dillenburg, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Ennepetal, Essen, Gelsenkirchen, Geisweid, Georgsmarienhütte, Hagen, Krefeld, Kreuztal, dem Märkischen Kreis, Mülheim, Olpe, Peine, Remscheid, Salzgitter und Witten.
Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW: „Heute muss ein Angebot auf den Tisch, das sich lohnt, das wir nicht mit der Lupe suchen müssen. Gute Arbeit verdient ein gutes Angebot. Für eine gute Binnennachfrage ist mehr Geld in den Portemonnaies nötig. Mehr Wachstum gibt es nur mit mehr Lohn und Gehalt.“
Die IG Metall plant bereits ab Donnerstag, den 7. März 2013 massive Warnstreiks in Betrieben der Stahlindustrie, sollte die Arbeitgeberseite in der dritten Verhandlung keinen Weg zur Lösung des Tarifkonfliktes eröffnen. Damit würde es Warnstreiks bereits am Donnerstag beispielsweise in Duisburg, Krefeld, Mülheim, Hagen, Ennepetal und Geisweid geben. 400 Beschäftigte von Outokumpu-Nirosta in Dillenburg hatten bereits am Montag für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt.
Die IG Metall will um 5 Prozent höhere Einkommen durchsetzen. Älteren soll in größerer Zahl die Möglichkeit der Altersteilzeit eröffnet werden, Auszubildende sollen einen Anspruch auf volle Altersvorsorgewirksame Leistungen erhalten.
Verhandelt wird heute seit 17.00 Uhr im Hotel Hilton in Düsseldorf.
Für eine schnelle Lösung des Tarifkonflikts am Verhandlungstisch demonstrierten heute die Beschäftigten von Outokumpu Nirosta in Dillenburg. 400 Stahlarbeiter folgten dem Warnstreik-Aufruf der IG Metall Herborn und legten für zwei Stunden die Arbeit nieder. “Das Werk hat komplett gestanden”, berichtet der Herborner IG Metall-Bevollmächtigte Hans-Peter Wieth.
Die Früh- und Normalschicht legte um 13 Uhr los, die Spätschicht stieß um 14 Uhr zur Kundgebung vor dem Werk dazu. “Wir wollen schnelle Lösungen und kein wochenlanges Hinhalten”, hieß es im Aufruf zum Warnstreik. “Deshalb müssen wir für unsere Forderungen jetzt in den Betrieben Druck machen.”
Für den Arbeitgeber bedeutete der heutige Protest mehr als zwei Stunden Arbeitsausfall. “Rechnet man das Runter- und Hochfahren der Anlagen hinzu, hat der Warnstreik von 11 bis 17 Uhr gedauert, also sechs Stunden”, sagt IG Metall-Sekretär Bernd Weise.
Die Belegschaft ist zu 98 Prozent gewerkschaftlich organisiert. Alle Mitglieder haben in einer Befragung der IG Metall angegeben, dass sie bereit seien, während der Tarifrunde an Aktionen teilzunehmen. “Heute waren nur die beiden Freischichten nicht dabei”, sagt Metaller Weise. “Sollte noch ein Warnstreik erforderlich sein, rufen wir dann diese Kolleginnen und Kollegen auf.”
Die IG Metall-Tarifkommission für die nordwestdeutsche Stahlindustrie fordert die Arbeitgeber auf, in der dritten Tarifverhandlung am morgigen 5. März ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Sonst gebe es ab 6. März Warnstreiks. Das hat die Tarifkommission für die 75.000 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen am Freitag in Gelsenkirchen einstimmig beschlossen.
IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler hatte von der zweiten Tarifverhandlung am Vortag berichtet: “Die Arbeitgeber weigern sich bisher vor allem, den tariflichen Anspruch auf Altersteilzeit von vier auf fünf Prozent der Beschäftigten auszuweiten”, sagte er.Zum Thema Entgelt hätten sie “noch gar nichts vorgelegt”.
In der Stahlindustrie besteht seit heute keine Friedenspflicht mehr. Die IG Metall fordert fünf Prozent höhere Einkommen; ab 1. März und für zwölf Monate. Älteren soll vermehrt die Möglichkeit angeboten werden, in Altersteilzeit zu gehen. Auszubildende sollen einen Anspruch auf volle Altersvorsorgewirksame Leistungen erhalten.
Am Vormittag traf sich die große Tarifkommission der Eisen- und Stahlindustrie in Gelsenkirchen, um über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu beraten. Knut Giesler, Verhandlungsführer und Bezirksleiter in NRW informierte umfassend über die beiden abgelaufenen Verhandlungsrunden. Die Arbeitgeber hatten auch in der zweiten Verhandlung kein Angebot vorgelegt.
Die 63 anwesenden Tarifkommissionsmitglieder sind sich einig: Nicht Warn-streik und Streik ist das Ziel, sondern ein gutes Ergebnis für die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Wenn die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde am 5. März kein verhand-lungsfähiges Angebot vorlegen, wird es aber unweigerlich zum Konflikt kommen. Die Warnstreiks sind deshalb ab sofort vorzubereiten.
Knut Giesler, Verhandlungsführer und Bezirksleiter in NRW: „In der zweiten Verhandlungsrunde haben wir vorrangig über Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Altersvorsorge für Auszubildende verhandelt. Die Arbeitgeber weigern sich bisher vor allem, den tariflichen Anspruch auf Altersteilzeit von 4 auf 5 Prozent der Beschäftigten auszuweiten. Genau das hat aber höchste Priorität für unsere Mitglieder. Zum Entgelt haben uns die Arbeitgeber noch gar nichts vorgelegt. In der kommenden Woche müssen sie zeigen, dass auch sie an einer ordentlichen Verhandlungslösung interessiert sind. Andernfalls gibt es Warnstreiks“.
Wir werden die 3. Verhandlung am 5. März in Düsseldorf dazu nutzen, unsere Forderungen laut, stark und mit Nachdruck zu untermauern. Beteiligt euch an unserer verhandlungsbegleitenden Aktion. Sprecht eure Verwaltungsstellen auf Busse und andere Mitfahrgelegenheiten an.